Lehrkooperation mit der Universität Stuttgart gestartet: FITLO begleitet Mastermodul zu KI im Aufsichtsrat
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Zum Sommersemester 2026 startet FITLO | Institute for AI Governance als Praxispartner in eine neue Lehrkooperation mit dem Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik II (WIUS) von Prof. Dr. Georg Herzwurm an der Universität Stuttgart. Im Mastermodul „Innovationsmethoden für software-intensive Geschäftsmodelle“ entwickeln Studierende KI-basierte Lösungen für die Arbeit von Aufsichtsräten. Grundlage ist eine Design Challenge, die aktuelle Fragen an der Schnittstelle von KI, Governance und Geschäftsmodellinnovation aufgreift.

Mit dem Kick-off am 10. April 2026 ist die diesjährige Lehrkooperation zwischen dem Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik II (WIUS) der Universität Stuttgart und FITLO | Institute for AI Governance offiziell gestartet. Im Zentrum des Moduls steht in diesem Jahr eine Fragestellung, die für Unternehmen und ihre Kontrollgremien zunehmend an Bedeutung gewinnt:
Wie kann Künstliche Intelligenz Aufsichtsräte so unterstützen, dass sie ihre Rolle im Spannungsfeld von Effizienz und Zukunftsgestaltung wirksamer wahrnehmen können?
Damit adressiert das Modul ein Themenfeld, das bislang in vielen Organisationen zwar an Relevanz gewinnt, aber häufig noch nicht systematisch bearbeitet wird. Aufsichtsräte bewegen sich heute in einem Spannungsfeld aus Stabilität und Transformation. Einerseits müssen sie das bestehende Geschäft absichern, strategische Entscheidungen begleiten und ihrer Kontrollfunktion gerecht werden. Andererseits sind sie zunehmend gefordert, die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen mitzudenken, neue Technologien einzuordnen und die Auswirkungen von KI auf Geschäftsmodelle frühzeitig zu erkennen. Genau diese doppelte Perspektive wurde im Kick-off auch mit dem Konzept der Ambidextrie eingeordnet: Bestehendes verbessern und absichern, während zugleich neue Chancen erschlossen und Zukunft aktiv gestaltet wird.
Das Lehrformat folgt einem projektbasierten Ansatz. Die Studierenden arbeiten in kleinen Teams und durchlaufen entlang des Semesters einen Design-Thinking-Prozess mit mehreren Workshop- und Arbeitsphasen. Dabei stehen nicht nur methodische Fragen im Vordergrund, sondern vor allem die Fähigkeit, reale Probleme zu verstehen, sie in eine tragfähige Geschäftsmodelllogik zu übersetzen und daraus einen belastbaren Lösungsansatz zu entwickeln. Im weiteren Verlauf des Moduls entstehen daraus Innovationsprototypen, Pitch-Decks und finale Präsentationen, die am Ende des Semesters im Rahmen eines Final Pitch vorgestellt werden. Die Modulplanung sieht dafür mehrere Präsenz-Workshops, Protokollabgaben zwischen den Einheiten sowie den finalen Pitch am 13. Juli 2026 vor.
Für FITLO ist die Kooperation mit dem WIUS ein konsequenter Schritt. Als Institut mit Fokus auf die strategische Einordnung und organisationale Gestaltung von KI in Führungs- und Kontrollgremien bringt FITLO aktuelle Praxisfragen in die universitäre Lehre ein und schafft gleichzeitig einen Raum, in dem neue Lösungsansätze erprobt werden können. Die Zusammenarbeit mit Studierenden ist dabei bewusst offen angelegt: Nicht die möglichst schnelle Antwort steht im Vordergrund, sondern die strukturierte Auseinandersetzung mit einem Problemraum, der in Unternehmen gerade erst entsteht.
Gerade deshalb ist die Wahl der Praxis-Challenge relevant. Denn KI ist in Aufsichtsgremien nicht nur ein mögliches Effizienzwerkzeug, etwa zur Informationsaufbereitung oder zur Analyse von Berichten. Sie ist zugleich ein möglicher Treiber strategischer Veränderungen, weil sie Prozesse, Rollen und Geschäftsmodelle verändert. Für die Studierenden bedeutet das: Sie entwickeln nicht einfach nur ein digitales Tool, sondern denken über die zukünftige Rolle von Aufsichtsräten im Kontext von KI, Governance und Transformation nach.
Betreut wird das Modul von Prof. Dr. Georg Herzwurm und Dr. Florian Härer, der das Lehrformat in seiner Rolle als Lehrbeauftragter begleitet und zugleich als Direktor von FITLO die Praxisperspektive in das Projekt einbringt. Die Verbindung aus wissenschaftlicher Fundierung, methodischer Innovationsarbeit und konkreter Anwendungsnähe macht die Kooperation zu einem spannenden Beispiel dafür, wie Hochschullehre und Zukunftsthemen wirksam zusammengeführt werden können.
FITLO freut sich auf die Zusammenarbeit mit den Studierenden und ist gespannt auf die Ideen, Konzepte und Prototypen, die im Laufe des Semesters entstehen werden.


